Lieber Herr Reinke,
ich habe lange keine so kurzweilige Zeitschrift lesen können, wie diese Ausgabe. Als Absolvent der Fachschule für Augenoptik in Jena Mauerbaujahrgang 1960/1962 (Kuno Karls war im Paralleljahrgang) und langjähriger stellv. Landesobermeister kann ich Ihnen gratulieren. Sicher wäre noch mehr zu sagen gewesen. Ich vermisse vor allem die Leistung der Arbeitsgemeinschaft Augenoptik in der Kammer der Technik in der DDR. Ohne diesen Zusammenschluß progressiver Augenoptiker hätte der Zentrale Arbeitskreis Augenoptik nicht viel erreichen können. Das Zusammengehörigkeitsgefühl vor allem der privaten Augenoptiker konnte dadurch sehr gestärkt werden. Ich denke da nur an die Thüringer Tagungen mit vielen Hundert Teilnehmern. Übrigens hat mir Ihre Zeitschrift mein Sohn und Nachfolger Peter Deubner (Mauerfalljahrgang 1989) auf den ich sehr stolz bin, gegeben.
Viele Grüße aus dem schönen Bad Langensalza in Thüringen staatl. gepr. Augenoptikermeister in Ruhe Dieter Deubner

Dieser Beitrag hat 1 Kommentar

  1. Klaus Nowak on 14. Dezember 2014 at 18:07 Antworten

    Als Mitautor der Edition zum Mauerfall möchte das kommentieren. Sie haben recht. Viele sehr progressive Augenoptiker waren Mitglieder von Arbeitsgruppen in der Kammer der Technik. Das betraf sowohl die überregionale Ebene als auch die Bezirke. Ich hatte Ende der 60er Jahre als sehr junger Mann die Möglichkeit der Tharanter Arbeitsgruppe anzugehören. Theo Glaser gerade mit dem Preis der (west) deutschen Optometrie ausgezeichnet , Herr Schenk, Harry Günter, Heinz Fleck, Professor Mütze und Herr Dr. Überscharr diskutierten und stritten über die neuesten Verfahren der analytischen Brillenglasbestimmung. Aber auch wir Vertreter der Augenkliniken darunter Dr. Velhagen junior später Chefarzt am Virchow Krankenhaus der Charité’ und einige Kollegen aus Leipzig und Görlitz diskutierten lebhaft mit. Abends saß man dann bei einem Glas Bier zusammen. Die Organisation solcher Zusammenkünfte war sicher nicht einfach, musste lange vorbereitet werden, allein schon Reservierungen für Hotels zu bekommen war in der DDR eine Kunst. Noch schwieriger war sicher die Organisation der Fachtagung in Leipzig mit ca.1000 Teilnehmern. An dieser Stelle fällt mir vor allem Karl Hädicke ein. Hier waren Peter Abel, Henry. W. Hoffstätter von der Indiana University Bloomington, USA , Professor Haberich von der Freien Universität in Berlin, Herr Bissels aus Holland und andere die gern gehörten westlichen Vortragenden. Ende der 70er Jahre wurde in der DDR der Polatest diskutiert, in Jena von Herrn Dr. Überscharr in Weiterbildungslehrgängen erläutert. In Berlin war Herr Göltzer ein Studienkamerad vom Direktor der Westberliner Fachschule Herrn Haase, am besten informiert und gab sein Wissen uneigennützig auf KDT Veranstaltungen weiter. Auch Herr Friedrich Bursche der mit für Organisation verantwortlich war, muss hier erwähnt werden. Da der Polatest von der DDR Industrie nicht geliefert wurde, gab es in der Fachzeitschrift meiner Erinnerung nach eine Art Bauanleitung, die sich viele Kollegen zu nutze machten. Es gab also viele gute Initiativen um international auf dem Gebiet der Augenoptik mitzuhalten. Es muss aber auch erwähnt werden, dass der politische Druck innerhalb der KDT seit Anfang der 70er wohl enorm zunahm. Es durften keine westlichen Referenten mehr eingeladen werden, westliche Fachzeitschriften waren nur noch mit Mühe zu bekommen. Ließ man diese sich schicken bekam man mit dem Zoll sehr großen Ärger. Über Versorgungslücken sollte auf Veranstaltungen nicht gesprochen werden. Erst am späten Ende der 80er drehte sich der Wind.

    Klaus Nowak, Berlin

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